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Wie Sie sehen, war Sir William Wuff trotz seines bombastischen Namens kein weißer Schäferhund, ja, nicht einmal ein Rassehund. Aber als Hund der Web-Designerin ist er sozusagen ein Freund der Familie und daher wurde ihm hier eine Gedenkseite gewidmet. |
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Sir William Wuff hatte viele Namen. Andere Namen waren Oskar, Billy, Rübenschwein, Schäfchen, Radautüte und Schnuffelchen. Damit ist schon viel über seinen Charakter bekannt. Tatsächlich war er von der Mentalität her eher ein Schaf, als ein Hund. Immerhin leistete er in seiner Familie echtes Multitasking: mit den Kindern spielen, die tüddelige Oma bei Laune halten, den Küchenfußboden vor dem Herd sauberhalten, grüne-Punkt-Verpackungen reinigen, Frauchens Füße wärmen, bei Kühlschrankrazzien bei der Lebensmittelentsorgung behilflich sein und vieles andere mehr. Billy versah seine Dienste stets mit Begeisterung und großem Durchhaltevermögen. Als wir noch Mitarbeiter im Büro hatten, konnte man ihn auch mit Nachrichtenzetteln von einm Büro zum anderen schicken.
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Mit einem Stockmaß von 71 cm war er stets gut zum Passantenerschrecken, daher war ein weiterer Name "Kleiner Hund". Dumm nur, wenn der kleine Hund auf den Schoß musste. Da zeigte er wenig Rücksicht auf die besonderen anatomischen Gegebenheiten seiner Opfer, das sich nur durch Ableisten eines ausgiebigen Streichel- und Krauldienstes wieder befreien konnte. |
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Billy kam zu uns, weil er von der Familie, bei der er war, mit Peitschenhieben und Fußtritten misshandelt wurde. Ich machte der Besitzerin so lange Angst, Billy könne wohlmöglich ihr Baby auffressen, bis sie uns den Hund überließ. Der ganze Hund war Angst, bei dem kleinsten unbekannten Geräusch nässte er sich ein. Sein Rücken hatte tiefe Rillen von den Schlägen und im Innenschenkel zeichnete sich ein Abdruck eines schweren Arbeitsschuhs ab. Es gelang uns, ihn von der Ungefährlichkeit der Menschen zu überzeugen, und durch entsprechende Spiele und Verfahren sein Selbstvertrauen wieder herzustellen. Es war schwer, zwischen nötiger Unterordnung und erforderlicher Sanftheit das Mittelmaß zu finden, aber nach knapp sechs Monaten war er ein fröhlicher Junghund, der Menschen liebte und beschützte. |
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Da ich gehbehindert bin, musste Billy immer verbotenerweise auf Feldwegen vor dem Auto herrennen. Das machte er ganz toll, nach 10 bis 15 Kilometern, wenn er genug gerannt hatte, lief er langsamer und bremste quasi das Auto aus. Heckklappe auf und ab ging's wieder nach Hause. Im Winter, wenn Schnee lag, lief er auch schon mal bis zu 40 km, muss wohl irgendwie ein Laufhund in der Mischung mit drin gewesen sein. Hier ist er schon älter und will schon nach 3 km wieder einsteigen. |
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Die Jahre gingen dahin, und Billy bekam einen grauen Bart. Hier übt er sich mit Kater Diego im Synchronschlafen. Die beiden mochten sich. Die anderen Hunde durften nicht auf seinen Platz auf dem Hundesofa, schon gar nicht an seinen Napf. Nur Diego durfte das. Bei diesem Foto sieht man auch im Vergleich zum Kater, was für ein Riesentier er war. Im Schlafzimmer hatte er ein ganz normales Bett mit einer 2-Meter Matratze nur für sich alleine. Den Platz brauchte er auch, wenn er sich ausstrecken wollte. |
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Hier sieht man die "Sofa-Aufteilung" nach Billy-Gesetz. Die Untermieter Lea und und ihre Ziehmama Kelly, die gerade zu Besuch ist, müssen sich zu zweit mit der Hälfte des Platzes begnügen. |
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Wie schlau Billy wirklich war, zeigte sein Wortschatz. Hunde verstehen rund 200 verschiedene Wörter. Bei Billy haben wir mal eine Liste gemacht und kamen auf fast 500, da haben wir aufgehört zu zählen. |
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Nach mißglückter Kindheit hatte er ein schönes Leben. Er liebte es, neue Tricks zu lernen. Irgendwann drehte er den Spieß um, er führte einen Trick vor und lief dann zur Leckerli-Dose. Also ganz schön clever. Er konnte: Sitz, Platz, noch Platzer (auch den Kopf runter), gimmie five, winke winke, wedel, singen, kleiner Wuff, großer Wuff, Türen öffnen, mit dem Napf klappern, geh zu Papa und vieles andere mehr. Bemerkenswert war auch sein Gedächtnis. Hatte er einmal zu einer besonderen Gelegenheit ein Leckerli bekommen, leitete er daraus sein Recht ab, beim nächsten Mal auch eines zu bekommen. Dabei bewies er große Ausdauer und gewann jeden Anstarrkampf. Vielleicht haben wir es mit dem Selbstbewußtseinstraining ein wenig übertrieben. |
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Wir werden unseren Billy vermissen, immerhin hat er uns 14 Jahre lang mit seinen Späßen Freude gemacht, war immer freundlich und freigiebig mit Hundehaaren im ganzen Haus. Ich konnte ihn im Arm halten, als er friedlich einschlief. So konnten wir uns wenigstens verabschieden. Komm bald wieder, lieber Billy, und werde nicht wieder Hund. Als Mensch kannst du die Kühlschranktür selber öffnen. Wir werden dich immer in unserem Herzen tragen, kleiner Hund. |
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